Nach Loja ist die Gruppe sehr geschrumpft, letztendlich waren wir noch vier Reisende, die voller Abenteuerlust in die Hippiestadt Vilcabamba, ein wenig weiter im Süden Lojas, gereist sind. Vor vielen Jahren sind viele Besucher hier hergekommen, um den San-Pedro-Kaktus zu probieren, was eine schamanische Reinigungszeremonie ist. Heute erinnert dieses Dorf immer noch an die Hippiezeit, da ich jeden Tag ohne Probleme vegetarisches Essen finden konnte. Auch hier, wie in vielen Städten Ecuadors, findet man einen rechteckigen Marktplatz, der von alten Kolonialgebäuden umgeben ist.
Hier haben wir am Sonntag einen Markt vorgefunden, in dem selbstgemachter Schmuck verkauft wurde. Ich habe mich lange mit einer Deutschen unterhalten, die genau wie ich einen Freiwilligendienst hier gemacht hat, aber seit drei Jahren nicht mehr zurückgekehrt ist. Hab dabei deutlich meine deutsche Mentalität gespürt als ich folgende Fragen gestellt habe: Ist das nicht ein wenig unsicher, wenn du nie genau weißt wie viel Du verdienen wirst? Wie machst Du das, wenn Du alt bist? Wie gibst Du Deinen Kindern Sicherheit? Blablabla...
Ganz bin ich also immer noch nicht angekommen. Am nächsten Tag sind wir auf dem Cerro Mandango gewandert, ein seltsam eckiger Berg, von dem man eine unglaubliche Aussicht über die umliegenden Berge hat. Die raue kalte Sierra gefällt mir sehr. Hatte das Bedürfnis laut zu schreien, weil es so schön war (erinnerst Du Dich an den Frühlingsschrei in Schweden Lea? So ähnlich...).