Momentan befinde ich mich in einer Fiesta Zeit. Fiesta vorgestern, gestern und heute auch, herrlich.
Die erste Fiesta war die des Subcentros für die Vigilanten und für das Komitee. An dieser Stelle bin ich euch eine kleine Erklärung schuldig.
Jede Comunidad hat eine Vigilanten, einen medizinischen Helfer. Dieser hat eine kleine Ausbildung hinter sich, z.B. einen erste Hilfe Kurs, auch wird er einmal im Monat von uns über verschiedenste medizinische Sachen, wie z.B. Fieber, informiert. Er koordiniert auch die Brigadas mit uns und ist der Ansprechpartner für die Leute des jeweiligen Dorfes.
Von der Fiesta habe ich nur den Tanz zum Schluss mitbekommen, davor haben wir zu siebt 3 Stunden für fast 70 Personen Pollo Encocado gemacht, eine Sauarbeit, weil wir dafür 15 Kokosnüsse geschält und zerstückelt haben. Viele Zahlen;) Bin so froh dass ich mich mit meiner Subcentro Familie so gut verstehe.
Gestern bin ich spontan auf eine andere Fiesta gegangen, zu der mich ein Vigilante eingeladen hat. Also erstmal eine Stunde Fußmarsch durch den herrlichen Nebelwald, eine kalte Dusche auf einer Plattform außerhalb des Hauses, dann nochmals ne halbe Stunde Fußmarsch in der Stockfinsterste Nacht zum Haus eines Nachbars, cercita, claro, aber daran hab ich mich ja schon gewöhnt.
Die Fiestas sind hier teilweise sehr seltsam. Die Leute saßen erstmal drei Stunden, meist stumm, ganz an die Wand gerückt auf der Bank und haben Löcher in die Luft gestarrt. Danach wurde eine Stunde ein Heiliger geehrt, und danach eeeendlich ertönte laute Musik. Hier wird ausschließlich paarweise getanzt, woran ich mich erstmal gewöhnen musste. An die aufdringliche Art der Männer habe ich mich noch nicht gewöhnt.
Die erste Frage ist, noch vor der Frage nach dem Namen, estas soltera? Und selbst wenn ich manchmal lüge und sag dass ich verheiratet bin (so was wie einen Freund gibt es hier in der Vorstellung der Menschen nicht), wird nicht locker gelassen, weil dieser ist ja weit weg und das zählt ja nicht. All diese Herausforderungen werden mich nur zu einer stärkeren Frau machen.
Jetzt sitze ich völlig übermüdet nach drei Stunden schlaf vor dem Bildschirm und hoffe dass es euch allen im verschneiten Deutschland (?) gut geht, ich genieße hier brütende Hitze und Sonnenschein. Wie gut dass es bis auf ein paar Blinklichter keine Anzeichen auf Weihnachten gibt, so hab ich nicht zu sehr Heimweh.