Das erste Mal Weihnachten so weit weg von meiner Familie zu verbringen war schon sehr seltsam, da hier aber kaum Weihnachstsstimmung herrschte und wir sommerlich heißes Wetter haben, ist mir kaum aufgefallen, dass es Weihnachten ist. Einige Häusschen in La Y sind mit einer blinkenden Weihnachtsketten beschmückt, und Charo, meine Freundin, die Friseurin La Ys trägt eine Weihnachtsmütze, das wars dann aber auch schon.
Zu Weihnachten war ich bei einer Familie eingeladen, die ich in der Praxis kennengelernt habe. Um zu ihrer Finca zu gelangen mussten wir (Yeisica, die Krankenschwester, Joanna und ihre Mutter) erstmal eineinhalb Stunden durch den tiefsten Nebelwald, vorbei an Kakao-und Bananenplantagen und teilweise durch den Fluss warten.
Dort angekommen gabs erstmal Abendbrot, das heißt für mich eine riesige Portion Reis. Danach haben wir uns zusammen unter Bananenplantagen draußen geduscht, was etwas schwierig war, weil die Scheinwerfer des Hauses direkt auf uns geleuchtet haben, wir haben also in Unterwäsche geduscht. Danach würde Insektenrepellent als Parfum aufgetragen. Ich hab eine Ameise gesehen die ungelogen ein wenig kleiner wie mein Daumen war.
Von 11 bis 1 Uhr morgens wurde aus der Bibel gelesen, da die Familie sehr christlich ist. Zu Besuch waren ungefähr 50 weitere Gäste. Ich vergaß zu erwähnen, dass neben der Musik die ganze Zeit billige quietschende Weihnachtsmusik von dem geschmückten Altar lief, davor stand ein Plastikweihnachtsbaum. Danach haben wir bis um 3.30 morgens getanzt, denn dann gab es Essen, für mich wieder viel Reis;)
Um 5 Uhr morgens hab ich mich dann völlig erschöpft in ein Bett gequetscht (ich hoffe ich kann die Fotos bald reinstellen, herrlich dieser Kindersalat) um ein wenig zu schlafen. Als es hell wurde haben wir uns auf den Rückweg gemacht, auf der Tanzfläche wurde immer noch getanzt (es ist hier nicht unüblich bis um 1 Uhr nachmittags des folgenden Tage zu tanzen).
Völlig erschöpft von der Rückwanderung haben wir uns um 9 Uhr in La y Frühstück gemacht, um dann fast den ganzen Tag zu schlafen.
Es war eine tolle Erfahrung hier das traditionelle Weihnachten kennen zu lernen, freue mich aber schon auf nächstes Jahr, wenn ich dieses Fest mit meiner Familie verbringen kann, mit einem echten Weihnachtsbaum und vielleicht mit etwas Schnee.
Wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!