Vor einigen Tagen gab es einen Stromausfall, von dem 70 Prozent Ecuadors und Teile Kolumbiens betroffen war. In den letzten Tagen ist oft das Licht ausgegangen und ich hoffe einfach nur, dass ich diesen Eintrag zu Ende schreiben kann, bevor es wieder alles zusammenkracht.
Hier hat nun die Regenzeit begonnen, was das Leben zu einem echten Abenteuer macht, alles braucht nochmals länger. Man kommt überall, auch wenn man nur mal eben die Latrinen benutzten will, nur in Gummistiefeln hin. Das Ausrutschrisiko ist groß, was gleichzeitig mehr Wäsche waschen bedeutet. Es ist alles sehr lustig, ich lerne mich erneut in Geduld.
Einige Freunde haben mich besorgt gefragt, wie ich denn so als Vegetarier hier auskomme, deshalb möchte ich endlich mal ein wenig zum Thema Essen schreiben...
Mittlerweile esse ich Fisch und Garnelen, weil es einfach sonst zu kompliziert wird. Im Subcentro habe ich kaum Probleme, nur wenn ich auf Reisen oder auf Brigadas bin, kann ich manchmal nur Reis, Ketchup und ein Ei essen.
Was ist typisches Essen hier, was gibt es in Deutschland nicht?
Oft essen wir Yucca, eine Wurzel, die sehr stärkehaltig ist, und ähnlich wie Kartoffeln gekocht oder frittiert wird. Auch esse ich hier viel Verde, das ist eine andere Bananensorte, die nur gekocht oder frittiert gegessen werden kann. Aus ihr werden Empanadas oder andere Köstlichkeiten, oft in Kombination mit Käse, hergestellt. Auch wird hier anstelle des Weizenmehls in Deutschland Maismehl verwendet, um z.B. mit Käse gefüllte Tortillas zu kochen. Reis esse ich hier teilweise dreimal pro Tag, deshalb trage ich nun ein "bebe de arroz" (mein Reisbäuchlein), macht euch also keine Sorgen das ich hier zu viel Gewicht lasse, ganz im Gegenteil...
Eine Sache habe ich vergessen, die FrĂĽchte.
Es gibt so viele andersartige, riesige Früchte, die ich noch nie gesehen oder geschmeckt habe. Die größte Frucht der Welt wächst bei uns im Nachbargarten, bald werde ich sie probieren dürfen. Sie ist ca. 40 cm lang und 3 Kilo schwer.
Die Früchte betreffend bin ich hier im Himmel, herrlich. So viele Formen, Farben und unterschiedliche Geschmäcker...
Viele Früchte werden zu Milchshakes, Batidos, verarbeitet. Besonders mag ich Avocadomilchshake. Hier werden oft Sachen kombiniert, die ich niemals für möglich gehalten hätte, wie z.B. frittierte Banane mit Käse. Auch gibt es hier viele unterschiedliche Bohnen, besonders in der Sierra, im Andenhochland.
Momentan warte ich in Quininde auf meinen Cousin Leon, der in einer Kleinstadt in der Nähe seinen Zivi ableistet. Hoffendlich bekommen wir die letzte Ranchera noch!
Ach ja, ich hab nicht beim Kuhschlachten zu geschaut weil ich aufgrund von Amöben mal wieder Magenprobleme hatte und mit Krämpfen flachlag. Jetzt geht es mir aber schon wieder viel besser;) Mal schauen ob wir das heut Nacht machen.