Meine Zeit in meinem Projekt ist nun vorbei. An meinem ersten Tag dachte ich, die vier Monate werden nie vergehen, und ganz schnell befand ich mich auf einem Karussell der Begeisterung und Zeit, was sich immer schneller gedreht hat, je mehr es mir gefallen hat. Rückblickend war es eine herrliche positive Erfahrung, die mich sehr geprägt und verändert hat. Dazu gehören alle Hochs- und Tiefs, die ich durchgegangen bin. In meinen letzten Tagen hab ich noch Mosquitonetze angebracht, da es jetzt aufgrund der Regenzeit von Mücken nur so wimmelt. Auch habe ich Kenta, den neuen Freiwilligen aus den USA, der meinen Platz einnimmt (das tut weh) in die Bibliothek eingewiesen und ihm alles erklaert.
Mein Cousin hat mich während meines letzten Wochenendes besucht, und zusammen haben wir Schokolade hergestellt und zur Lagune gelaufen. Stellt euch vor, ich hab mich jetzt doch noch getraut in der Lagune zu schwimmen! Und kein Fisch hat mir den Arm abgebissen! Hab mich einfach zu sehr vom Dorfklatsch hinreißen lassen.
Ich habe die letzen Tage als besonders intensiv erlebt, besonders die weiche wunderschöne farbige Abendstimmung La Ys. Ich bin froh, da ich Ende Februar nochmals nach La Y gehe, um mich endgültig von allen zu verabschieden. Diesen Freitag gehts mitm Reisen los, ich freu mich so.
Ich hab La Y mit sehr gemischten Gefühlen verlassen. Ich werde es sehr vermissen, so viele Freiheiten zu haben, im Subcentro zu arbeiten, mich von meinen lebendigen Kindern beleben zu lassen, und einfach viel Zeit für mich zu haben. Gleichzeitig freue ich mich auf Deutschland, auf meine Familie und Freunde. Ich weiß jetzt, dass ich Medizin studieren will, und kann es kaum erwarten, bis es endlich mit dem Studium losgeht.
Genau mit diesem Gefühl wollte ich Südamerika verlassen.